Gemeinsam für den Artenschutz

Heimat- und Eifelverein Rott engagiert sich im NSG Struffelt

Im Dezember 2025

Im Naturschutzgebiet Struffelt bei Roetgen wird Artenschutz zur Herzensangelegenheit und echten Gemeinschaftsaufgabe. Ehrenamtliche des Heimat- und Eifelvereins Rott arbeiten seit Jahren Hand in Hand mit der Biologischen Station der Städteregion Aachen, um seltenen Tierarten ein sicheres Zuhause zu bieten. Mit Erfolg: Die Zahl der im Gebiet nachgewiesenen Arten der Roten Liste hat sich von drei auf inzwischen sechs bis sieben erhöht. Besonders bewegend ist die Rückkehr des Kuckucks nach längerer Abwesenheit – ein Zeichen für die Wirksamkeit des Engagements.

Das Struffelt hat sich so zu einem beliebten Beobachtungsort für Hobbyornithologen entwickelt. Besucher können hier unter anderem den Baumpieper, den Gartenrotschwanz und verschiedene Fledermausarten entdecken.

Innovative Nistkastenaktionen und gezielte Förderung

Aktuell werden über 50 neue Nistkästen installiert, um insbesondere bedrohten Arten wie dem Wendehals und dem Gartenrotschwanz zu helfen. Die Aktion wird durch einen Umweltscheck des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW mit 2.000 Euro gefördert. Der Heimatverein Rott trägt die restlichen Kosten und finanziert spezielle Nistkästen für den Wendehals sogar aus Eigenmitteln. Die neuen Nistkästen sind technisch ausgeklügelt: Sie bestehen aus Holzbeton , sind atmungsaktiv und bieten durch spezielle Schutzvorrichtungen Sicherheit vor Waschbären. Daneben wurden auch selbst gefertigte Holznistkästen aufgehängt. 

Aufhängung eines Holznistkastens für den Wendehals im NSG Struffelt                              

Rainer Hülsheger, Heimatverein Rott und Daniel Lück, Biologische Station der Städteregion Aachen

Pflege und Monitoring sichern Lebensräume

Damit die Lebensräume seltener Arten im NSG  Struffelt langfristig erhalten bleiben, arbeiten Heimatverein, Biostation, Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde und Untere Naturschutzbehörde der Städteregion Aachen eng und partnerschaftlich zusammen. Die Pflege der Heideflächen ist dabei ein zentrales Element des Naturschutzes. Zweimal jährlich wird der Adlerfarn entfernt, um die Heidevegetation zu stärken und eine Verwaldung zu verhindern. Auch Ziegen und Schafe leisten als „natürliche Landschaftspfleger“ einen wichtigen Beitrag. Steinhaufen, die beim Entfernen von Steinen entstanden, bieten nun Lebensraum für Amphibien und Reptilien. Der Bau von Teichen und die gezielte Wasserlenkung schützen zudem vor Hochwasser.

Bürgerschaftliches Engagement als Schlüssel zum Erfolg

Der Heimat- und Eifelverein Rott ermöglicht mit seinen Mitgliedern, ihrem tatkräftigen Engagement und einem Jahresbeitrag von nur 10 Euro den Naturschutz vor Ort. Die kontinuierliche Betreuung und das Monitoring der Maßnahmen werden von Ehrenamtlichen und der Biologischen Station der Städteregion Aachen übernommen.  Ein beeindruckender Erfolg: Die Zahl der Brutvogelarten konnte in 20 Jahren von 31 Paaren auf 58 gesteigert werden.  Um Störungen zu vermeiden, wird die Besucherlenkung im Gebiet durch Stege und Wanderwege gezielt gestaltet.

Fazit

Das Beispiel Struffelt zeigt eindrucksvoll, wie bürgerschaftliches Engagement, fachliche Expertise und innovative Maßnahmen gemeinsam den Artenschutz voranbringen. Der Heimat- und Eifelverein Rott ist stolz, Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein und lädt alle Naturfreunde ein, sich zu informieren und mitzumachen.